Die ÖBB möchten den Innovationsgeist junger Menschen nützen, um für spezifische Themen und Herausforderungen im Bahnbereich das Ideen- und Forschungspotenzial unserer Jugend anzusprechen. Im Jahre 2006 wurde der Forschungswettbewerb mit der Aufgabenstellung ausgeschrieben, neue Ansätze zur barrierefreien Gestaltung der Einstiegssituation bei Reisezugwaggons zu generieren.
Zu diesem Zweck trat im September 2005 die Konzernkoordination Barrierefreiheit in der ÖBB-Holding AG gemeinsam mit der ÖBB‑Personenverkehr AG an das Institut für Eisenbahnwesen, Verkehrswirtschaft und Seilbahnen der TU-Wien, mit der Überlegung heran, einen Wettbewerb für junge Menschen auszuschreiben, welcher sich dem Thema der "barrierefreien Einstiegsituation bei Reisezugwaggons" widmen sollte.
Finanziert und damit auch unterstützt wurde die Durchführung des Wettbewerbes einerseits durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und andererseits durch das Sozialministerium sowie durch die ÖBB-Personenverkehr AG. Die beiden Ministerien sowie die ÖBB-Personenverkehr AG haben dadurch auch ein wichtiges Signal zur Bedeutung des Themas Barrierefreiheit gesetzt welches zu den wichtigsten Forderungen unserer Tage zählt und durch das Behindertengleichstellungsgesetz noch eine zusätzliche Bedeutung erlangt hat.
Ziel des Wettbewerbes war es daher einerseits für dieses Thema zu sensibilisieren, andererseits aber neue Ideen und Ansätze zur entsprechenden Verbesserung der Einstiegsituation zu generieren.
Gefordert war ein Überdenken der heute vorhandenen Schnittstelle Bahnsteig-Fahrzeug wobei das zu entwerfende System nicht zwingend auf den Einbau in Fahrzeuge beschränkt werden brauchte, es waren gleichermaßen auch bahnsteigseitige Lösungsvorschläge zulässig.
Ein wichtiger Bewertungspunkt für einzureichende Arbeiten war jedoch jener, dass die barrierefreie Einstiegsgestaltung möglichst allen Mobilitätseingeschränkten zugute kommen soll (Rollstuhlfahrern, Personen mit Kinderwagen, Senioren, Gehbehinderten, auch Reisenden mit Gepäck, etc.), dass sie (gegebenenfalls nach einer entsprechenden Weiterentwicklung) technisch realisierbar und auch finanzierbar ist bzw. keine Gefahrenquellen in sich bergen oder im Ruhezustand zu Behinderungen führen darf.
Der Wettbewerb richtete sich im Besonderen an Schüler, Fachhochschüler und Studenten wobei jeder bis zum vollendeten 35. Lebensjahr Teilnahmeberechtigt war.
Um einen Anreiz für qualitativ hochwertige Entwürfe zu schaffen, wurden die besten Arbeiten bewusst großzügig prämiert. Die fünf erstgereihten Arbeiten wurden in Summe mit € 11.500 ausgezeichnet, wobei der Sieger € 4.000 erhielt.
Der Wettbewerb wurde mit 1.Februar 2006 ausgeschrieben, der Abgabeschluss war am 31.März 2006. Trotz der sehr komplexen Aufgabenstellung und der notwendigen engen Vorgaben v.a. hinsichtlich der Realisierbarkeit im Bestand wurden 33 Entwürfe eingereicht.
Im Laufe des Wettbewerbes zeigte sich einerseits eine gewisse Bestätigung gängiger Systeme, aber auch die Erkenntnis, dass auch komplett neue Ansätze, welche auch technisch realisierbar sind, eingereicht wurden.
Mit Hilfe des Forschungswettbewerbes ist es gelungen, zum Teil gänzlich neue Ideen zu generieren, welche für die Zukunft entsprechende Ansätze liefern können. Leider konnten nicht alle diese Ideen unter die Sieger aufgenommen werden, da bei einigen nach heutigem Stand der Technik die Realisierbarkeit kaum oder gar nicht möglich scheint, und diese ein wichtiger Parameter bei der Beurteilung war. Jedoch liefern einige der eingereichten Arbeiten zahlreiche neue Ideen, an welche bisher noch nicht gedacht wurde und welche bei zukünftigen Entwicklungen Beachtung finden sollten.
Der Teilnehmerkreis bestand aus Studierenden und Absolventen mehrer großer Universitäten, Fachhochschulen und HTLs in Österreich, wobei die Technischen Universitäten Wien und Graz sowie die HTBLA Steyr mit einer besonders breiten Teilnehmerschaft herauszuheben ist.
Die Siegerprojekte wurden im Rahmen des Internationalen Verkehrssymposiums 2006 der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft am 8.6.2006 im Lentos Kunstmuseum in Linz geladenen Gästen und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wo die Preise vom Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG Dr. Stefan Wehinger den fünf bestgereihten Teilnehmern überreicht wurden.
Die Siegerprojekte zeichnen sich v.a. durch ihre technische Realisierbarkeit aber auch durch innovative Ansätze und Ideen aus.
Die Originalversionen aller eingereichten Arbeiten können nachstehend eingesehen werden. Die Rechte an den eingereichten Ideen und Berichten liegen bei der ÖBB-Holding AG.
Siegerprojekte:
- Platz: Hannes Mathis, Rankweil

- Platz: DI Christoph Zach, Wien

- Platz: DI Horia Hamat, Graz

- Platz: Karl Norbert Kiniger, Wels

- Platz: Michael Huber, Wien

Alle Projekte unabhängig der Reihung:
Bericht 01-11
Bericht 12-22
Bericht 23-34